Großfahrt Schweden des VCP Sendling

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Ende Juli 2025 machten wir Pfadfinder*innen des VCP Sendling uns auf unsere bislang größte Fahrt: eine zweiwöchige Großfahrt nach Schweden. Wir setzten voll auf öffentliche Verkehrsmittel: mit vollgepackten Rucksäcken traf sich die Gruppe am Münchner Hauptbahnhof – und – so viel schonmal für Bahnskeptiker vorab: dank sorgfältiger Planung und einer gehörigen Menge Umstiegsglück verlief unsere erste Großfahrt völlig reibungslos. Alle Züge und Busse fuhren pünktlich, auch wenn wir zwischendurch das ein oder andere Mal rennen mussten, um Umstiege zu schaffen. Mit dem ICE ging es zunächst nach Berlin, wo wir den Nachmittag verbrachten, bevor es in den Nachtzug nach Stockholm ging.

Großfahrt Schweden - im Nachtzug
Im Snälltaget nach Stockholm – wir beziehen unsere Abteile

Die drei nebeneinanderliegenden Abteile boten genug Platz für alle, und nach einem letzten Kartenspiel verstummten die aufgeregten Kinder in den Abteilen nach und nach: Am nächsten Morgen erwachten wir in Malmö, wo wir für die Weiterfahrt in Sitzwagen umstiegen. Nach einem typisch schwedischen Zugfrühstück rollten wir Nachmittags in Stockholm ein. 

Großfahrt Schweden – zwei Tage Stockholm

Vom Bahnhof aus ging es mit Bus und Bahn nach Hässelby, wo uns Chrossy, ein alter Pfadi aus Frankenjura in Empfang nahm und uns während unseres Stockholm-Aufenthalts (und bei der Planung vorab) unterstützte. Er hat uns auch unser erstes Quartier organisiert: ein uriges Pfadfinderheim direkt am Ufer des Översjön. Der See war nicht nur malerisch schön, sondern diente uns gleichzeitig als Waschgelegenheit. Eine echte Outdoor-Erfahrung gleich zu Beginn. Nach dem Einrichten und einem erfrischenden Sprung ins Wasser (bei Nieselregen) konnten wir gemeinsam kochen, essen und uns von der langen Anreise erholen. 

Großfahrt Schweden - die Hütte am Översjön
Die Hütte am Översjön

Der nächste Tag stand ganz im Zeichen der schwedischen Hauptstadt: Nach einem gemütlichen Frühstück besuchten wir das Vasa-Museum, schlenderten durch die Altstadt und verbrachten den Nachmittag im Freilichtmuseum Skansen. Abends hieß es dann: Taschen packen, denn am nächsten Morgen brachen wir früh nach Vässarö auf. Die Anreise mit mehreren Bussen und einer Fähre war ein kleines Abenteuer für sich, doch pünktlich zum Mittag waren wir auf der Insel. Dort erwartete uns bereits die erste „Fika“ – eine landestypische Zwischenmahlzeit – und wir bezogen unser Lager. 

NJORD 25 auf Vässarö

Auf Vässarö verbrachten wir eine unvergessliche Woche im Rahmen des Distrikt-Lagers NJORD25. Zusammen mit Gruppen aus ganz Schweden und anderen europäischen Ländern vertraten wir Bayern und Deutschland, knüpften unzählige neue Kontakte und erlebten ein vielfältiges Programm. Ein besonderes Highlight war unser eigener kulinarischer Beitrag: An einem Nachmittag brieten wir Kaiserschmarrn für alle Lagerteilnehmer*innen.

Der Duft zog über den ganzen Lagerplatz, und unser Kaiserschmarrn wurde als Fika zusammen mit Kaffee kostenlos an alle verteilt. Ein voller Erfolg, der uns viele neue Freundschaften bescherte. Die offizielle Lagereröffnung mit Fahnenparade, Musik und Spielen war genauso eindrucksvoll wie der festliche Abschlussabend, der das Lager stimmungsvoll ausklingen ließ. 

Hajk auf dem Sörmlandsleden

Nach dem Abbau unserer Zelte folgte der dritte Teil der Reise: ein mehrtägiger Hajk auf dem Sörmlandsleden. Wir teilten uns in drei Gruppen auf, um unterschiedliche Abschnitte des berühmten Wanderwegs zu erkunden. Die Tage waren fordernd. Wir wanderten mit vollem Gepäck, überquerten Holzstege, stiegen Hügel hinauf und kämpften gegen Mücken, die sich in der schwedischen Wildnis reichlich tummeln. Abends wurden wir jedoch immer wieder mit einzigartigen Ausblicken auf Seen und Wälder belohnt. Wir kochten am Lagerfeuer und genossen das Gefühl, fernab der Zivilisation unterwegs zu sein. Der Stolz, den Hajk gemeinsam gemeistert zu haben, wird uns allen noch lange in Erinnerung bleiben. 

Nach der Rückkehr von der Wanderung stand in Norrköping der Abschied an. Vier von uns blieben in Schweden, der Rest fuhr mit dem Nachtzug zurück nach Deutschland. Auch die Rückreise verlief problemlos, sodass wir am Ende erschöpft, aber glücklich wieder in München ankamen. 

Die Großfahrt nach Schweden hat uns als Gruppe noch enger zusammengeschweißt. Wir haben gelernt, uns aufeinander zu verlassen, Herausforderungen gemeinsam zu meistern und die kleinen Dinge zu genießen. Sei es ein Sprung in den kühlen See, der Duft von frischem Kaiserschmarrn oder ein stiller Moment am Lagerfeuer. Schweden hat uns mit seiner Natur, seinen Menschen und seiner Pfadikultur begeistert. Es war eine unvergessliche Fahrt, deren Erinnerungen uns noch lange begleiten werden.